Ganz nah bei Dir …

Wo bist Du, mein Freund?
Wo finde ich Dich?
Fühlst Du mich,
verbunden mit Dir,
wie ich Dich neben mir?

Hörst Du mein Rufen,
in des Windes Rauschen,
wie das Flüstern der Blätter
und des Vogels Gesang,
der klingt zu Dir?

Spürst Du meine Sehnsucht,
die wie Sand rieselt
auf Deine nackte Haut?
Dich in Welten entführt,
wo meine Seele Dich verführt?

Denkst Du an mich
in den Stunden des Tages,
die verrinnen im Nichts?
Und ein jeder meiner Küsse
Dir sagt,  wie ich Dich misse?

Liebst Du mich wie ich Dich,
wenn wir eng umschlungen
dem Sturm der Liebe uns ergeben?
Dann halte mich fest in Deinen Armen
und ich bin ganz nah bei Dir.

21. Januar 2009

© Brigitte Prothmann

 


 

Gesangstunden …

An manchen Tagen
füllt eine bestimmte Melodie
meine Gedanken
mein Herz …

Kitzelt meine Stimmbänder
und dann singe ich
singe aus voller Kehle
mal tief, mal Sopran …

Mir eigentlich egal – das Wie
doch es muss raus
raus aus meiner Brust
voll klarer Lust …

Befreit mich von Verborgenem
das laut erklingt
in des Zimmers Einsamkeit
wo Luft im Atem schwingt

Und manchmal krächzt sie
meine Stimme
voll aus rauer Kehle
schreit sich alles von der Seele …

10. Februar 2009

© Brigitte Prothmann


 

Neben mir …

Neben mir ist alles leer
beim Frühstück sind’s die Stühle
nur eine Tasse steht bereit
vertreibt mir die Morgenzeit
im Hintergrund trällert das Radio
zwischendurch sagt der Sprecher – Hallo …

Leer das Bad
niemand hinterlässt Spuren
außer mir
keine offene Zahnpastentube
und überschwemmte Dusche
lässt meine Worte sprudeln …

Schweigen macht sich breit
wirft Schatten an die Wand 
auch dieser Tag wird vergehen
ohne Dich
ohne Dein Lächeln
und der Platz bleibt leer …

Leise umarmt mich die Nacht
wiegt mich in den Schlaf
ich wünschte
Du wärest hier
ganz dicht neben mir
zärtlich hältst Du mich umschlungen …

Niemand atmet neben mir
wie gerne würde ich lauschen
diesem Rhythmus des Lebens
meine Hand sucht Dich
doch ich find Dich nicht
dabei brauch ich Dich so sehr …

10. Februar 2009

© Brigitte Prothmann


 

Nichts … oder doch?

Was wäre zu schreiben?
Von dem, was ist geschehen?
Oder vielleicht, wie soll es weitergehen?
Nichts fällt mir dazu ein …

Oder doch?
Wenn ich etwas tiefer grabe,
und Seele leichter wird?
Noch fällt mir nichts ein …

Will ich oder kann ich nicht?
Fragen werden ausgesetzt,
mit denen man geht ins Gericht.
Trotzdem, es geschieht nichts …

Heute nicht in Form?
Gedanken bleiben verschollen,
soll ich’s zeigen in Worten - mein Wollen?
Hoffnungsvolle Wünsche … sonst nichts …

Warum nichts?
Weiß ich nicht, auch wenn Sehnsucht quält.
Warte noch auf mein Gespür.
Verborgen noch im Nichts …

Nichts … das ist ja Selbstbetrug!
In Deinen Augen las ich genug
Dein Kummer, der Dich noch drückt
verliert sich vielleicht im Nichts …

Am Ende sag ich’s doch
Nichts bin ich ohne Dich
ohne Dich und Deine Zärtlichkeit
Nichts gibt es für mich – nur Dich …

10. Februar 2009

© Brigitte Prothmann


 

Nur des Himmels Blau …

Und wenn der Schlaf mich ereilt
schließ ich Dich in meine Träume ein …
In des Sommers Wärme
schreiten wir leichten Fußes
durch der Wiesen Grün
lassen uns nieder
zwischen der Gräser Duft
auf weicher Erde sanft
und nur des Himmels Blau
sieht der Liebe Wonnen …

22. Dezember 2008

© Brigitte Prothmann


 

Täuschungen …

Nebel und Schatten
Im tanzenden Spiel
Ist es Licht
Ist es Dunkelheit
Ist’s Gefühl
Täuschend oft
Für den Verstand
Das Herz

Herz verweigert
Rationales
Auf Freiheit hoffend
Ohne Gebieter
Will entfalten sich
Ohne Grenzen
Im Reich der Sinne

Wer bezwingt wen
Siegen in diesem Kampf
Kopf gegen Herz
Loslassen den Bann
Gefühlvolle Ekstasen
Enden  im Wahn

Kurz war er – und verrann

14.9.2008

© Brigitte Prothmann


 

Traum oder Schaum …

Tag und Nacht,
zusammen 24 Stunden,
habe ich Dich jemals gefunden?
Glaubte,
Dich können fassen,
meine Wärme
Dich fühlen lassen,
von der ich hab genug.

Wann kommt der Tag
an dem Du sagst,
ich hab Dich lieb
bin Deines Herzens Dieb
und ich gebe Dir dafür
das meine,
denn ich liebe Dich
wie keine.

Wo ist die Stund,
die uns macht kund,
wir zwei,
wir könnten sein
Glückskinder der Sonne
im Leben voller Wonne,
doch endloses Verharren
lässt uns erstarren.

War gestern die Nacht,
in der ich lag wach,
von Dir keine Spur
in mir?
Die Dunkelheit
hat Dich verschluckt.
Aus der Traum?
Oder war alles nur Schaum?

22. Februar 2009

© Brigitte Prothmann


 

Wenn die Sonne untergeht …

Schnell entschwindet sie
die Sonne am fernen Horizont
über den blauen Hügeln und Meeren
wie eine untreue Geliebte
um im Morgengrauen wiederzukehren …

Kalt ist die Nacht
inmitten der Dünen Sand
erstarrt in ihrer Glut
wie der Liebe Tod
die erlischt in Schweigsamkeit …

Neue Morgenröte
verzaubert Irdenes
im gleißenden Licht des Erwachens
erweckt mit sanfter Kraft
was gestorben in der Dunkelheit …

Der kommende Tag wie Glas
funkelnd in der Sonne Glanz
zerbrechlich in seiner Zartheit
fähig zu flechten Bande wie Ketten
oder zerrütten der Mauern Fundament …

Erst der Abend bringt Gewissheit
was geboren oder verloren
in der Stunden Auf und Ab
und der Himmel beginnt im Dämmern
sich zu sehnen in die Umarmung der Nacht …

Wie viele Sonnen haben uns erwärmt
die am Ende der Tage flüchteten
wie auch wir aus unserer Bahn
und wir greifen manchmal mutig empor
nach den glitzernden Sternen am Firmament …

7. Februar 2009

© Brigitte Prothmann


 

Wie der Wind in meinem Haar …

Mit sanften Fingern
streicht er durch mein Haar
liebkost Locken und Strähnen
lässt spüren  mein Haupt
seine  leise Berührung …

So schmeichelnd
so zart und weich
trifft mich sein lauer Atem
als wärest es Du
ganz nah bei mir …

Wie ein Flügelschlag
streift er meine Seele
gibt ihr Wärme und Lebendigkeit
frei werden die Gedanken
ich ruhe in mir …

Und bin ich bei mir
dann bist Du mir so nah
beglückend spüre ich
den Sog Deiner Energie
der mich zieht zu Dir …

Still wird mein Kopf
Worte gehen verloren
festhalten will ich
den Augenblick voller Liebe
mit Deiner Hand in meinem Haar …

2. Februar 2009

@ Brigitte Prothmann


 

Wintermorgen …

Rosefarben getränkter Horizont
geboren aus glühender Morgensonne
erstrahlt im jungen Wintertag
warmes Licht flutet die Auen
dringt ein in Fenster und Herzen
lässt Knospen öffnen in Gedanken …

In meinem Inneren
erwacht die Sehnsucht
nach des Frühlings bunten Blumen
aus der Wurzel Kraft neu erblühen
Freude erfüllt meine Seele
wahrzunehmen dies Wunder der Natur …

Meine Hand sucht die Deine
und meine Lippen kosen Dein Gesicht
die Spuren, die das Leben hinterließ
und es ist mir danach
zu lehnen mich an Deine starke Schulter
zu hören Deines Herzens Schlag …

13. Januar 2009

© Brigitte Prothmann