DIE KÜNSTLERIN

 

 


1943 in Mährisch-Kromau/Tschechien geboren, lebt und arbeitet Brigitte Prothmann in Weil am Rhein.

Geprägt vom malenden Vater sammelte sie wichtige Erfahrungen für ihre künstlerische Entfaltung. Was zunächst spielerisch begann, wurde 1977 zu leidenschaftlicher Profession. Impulse setzten Aufenthalte in Paris und New York. Der anfängliche Farbduktus in Naturtönen erfährt seine Veränderung. Studienreisen nach Nordafrika und rund ums Mittelmeer lassen das Licht des Südens in ihre Arbeiten einfließen.
Sizilien wird dabei Favorit für ihre Farbstudien.

1986 entwickelt Brigitte Prothmann eine Lasurtechnik für ihre Ölmalerei, die ihren Bildern neben der Thematik einen eigenartigen und eigenwilligen Reiz verleiht, der sich dem Aquarell nähert.Trotz sparsamer Palette entstehen Farbträume, bei denen bevorzugt das Blau dominieren kann oder auch Orange und gebrannte Umbra bis hin ins Rötlich-Rote.Dies hat sie vom früher beeinflussenden Impressionismus zu einem Individualstil geführt, der expressive Farbstufen mit Elementen des Symbolismus verbindet.

Ihre Bilder erinnern oft an Momentaufnahmen – und auf der Suche nach dem perfekten Ausdruck ist es immer wieder der Versuch, das Wesentliche sichtbar zu machen – das Innere nach außen zu kehren. Es ist daher auch nicht überraschend, dass viele ihrer Bilder Inhalte aufweisen, die eine Botschaft an das Unbewusste und die Gefühlslagen des Betrachters zu vermitteln versuchen, und dabei bedient sie sich ihrer eigenen Bildsprache.
Verdeutlicht wird dies besonders in ihren Frauenbildnissen … Gesichtern, denen man in ihren Werken immer wieder begegnet. Verführt von der Fantasie, könnte man sich diese Frauen wie in einer aufgeklappten Muschel eingefangen vorstellen.
„Ich muss Zeit haben, mich zu versenken“… so betrachtet weisen diese subtilen Gesichter die Verletzlichkeit des Wesens auf und hinterfragen die Beziehung zur Wirklichkeit. Sicherlich lassen die Formulierungen der Darstellungen auch erkennen, dass der malerische Prozess Brigitte Prothmanns kontemplativen Phasen entspringt.
Landschaften und weitere Sujets, mit Vorliebe in einem vorherrschenden Grundton in Szene gesetzt, zeichnen ihr breites Spektrum aus.


Ungeduldig weiterstrebend hat 1992 ein bis heute anhaltender heftiger Flirt mit der Abstraktion begonnen. Häufig, wenn Veränderungen sich anbahnen, greift man auf Bewährtes zurück. Der Rückbezug und Überstieg zugleich, das Sein hinter den Dingen festzuhalten, es zu transzendieren, hat Brigitte Prothmann an einen Abschnitt ihres Schaffens anknüpfen lassen.
Aus den Inhalten und Umfeldern ihrer Frauenbildnisse entstehen Formationen mit Struktur-Elementen, die bereits die konkrete Realität verlassen und sich teilweise doch noch als leise Erscheinungsform der Natur widerspiegeln. Farbliche Kompositionen, die die Leichtigkeit des Himmels und Erdenschwere zugleich in sich zu vereinen scheinen, sind Schritte zu einer neuen Dimension auf dem künstlerischen Weg von Brigitte Prothmann.